Internationale Großübung in Kroatien

Abgelegt unter: Übungen — Alessandro Silvestri @ 16. Oktober 2017, 20:23

Das HCP-Modul aus Baden-Württemberg bei der Anreise nach Kroatien

In Kroatien übten vom 9. bis 13. Oktober 2017 insgesamt 520 Einsatzkräfte gemeinsam die Bekämpfung von großflächigen Überschwemmungen. Auch zwei Helfer aus dem THW Ortsverband Eberbach waren vor Ort an der Übung beteiligt.
Die Bewährungsprobe kam zum Schluss: Letzte Woche endete ein dreijähriges EU-Projekt zur Überschwemmungsbekämpfung im Rahmen des „Instrument for Pre-Accession Assistance“ (IPA). In Kroatien übten 520 Einsatzkräfte gemeinsam die Bekämpfung von großflächigen Überschwemmungen. Aus Deutschland waren THW-Kräfte zur Übernahme von Pumpeinsätzen vor Ort. Diese wurden mit folgendem Einsatzauftrag angefordert:
Durch starke Stürme haben heftige und andauernde Regenfälle zu großflächigen Überschwemmungen im Norden von Kroatien geführt. Seit Anfang Oktober ist der Fluss Drava in der Nähe von Varazdin von dem starken Regenfall überlastet und tritt an mehreren Stellen über das Ufer, Nebenflüsse sind ebenfalls betroffen.
Die Wettervorhersage signalisiert keine Veränderung für die kommenden zwei Wochen. Erwartet werden starke Windböen, die Infrastrukturschäden weiter verstärken könnten. Die Zuflüsse des Drava verursachen weiter Überschwemmungen.
30 haupt- und ehrenamtliche THW-Kräfte machten sich Anfang der Woche auf den Weg nach Kroatien. Unter ihnen das High Capacity Pumping (HCP) Team Süd aus dem Bereich der Landesverbände Baden-Württemberg und Bayern, ein EU-Koordinierungsteam und weitere Einsatzkräfte, drei EU-Koordinierungskräfte und weitere Einsatzkräfte, die die Übung unterstützen und steuerten. Björn Fellhauer und Achim Link aus dem THW Ortsverband Eberbach waren mit dem hiesigen Mannschaftslastwagen ebenfalls zum Übungsort in der Nähe von Zagreb gefahren. Achim Link war als Electrical Expert eingesetzt, ist aber durch seine Zusatzqualifikation als Maschinist für Schmutzwasserpumpen auch als Pumping Expert im HCP Modul einsetzbar. Björn Fellhauer koordinierte ein Einsatzmodul, in seiner Funktion als Chief of Operations leitete er die Umsetzung des Einsatzauftrages. Zusammen mit anderen internationalen Führungskräften fuhr er am zweiten Übungstag an die nördliche Landesgrenze und erkundete bei Mursko Središće zusammen mit örtlichen Behördenvertretern eine drohende Hochwasserlage.
Nach drei Jahren intensiver Zusammenarbeit ging das IPA Floods Programm der Europäischen Union mit einer Großübung zu Ende. Das Projekt führte ein Konsortium aus Deutschland, Italien, Schweden, Kroatien und Slowenien durch. Gemeinsam bildeten sie Einsatzkräfte der Länder des Westbalkans und der Türkei im Bereich Hochwasserbekämpfung aus. Hierfür entwickelten sich in den jeweiligen Staaten Einheiten für Wasserrettung, Hochleistungspumpen und Barrierebau. Aus der internationalen Zusammenarbeit konnten alle Beteiligten viele neue Erfahrungen mit nach Hause nehmen. Die Vernetzung zwischen den Organisationen kann im Einsatzfall von größeren Schadenslagen in einen reibungslosen Ablauf umgesetzt werden. Bei Hochwasser und Überflutungen kommt es auch international auf schnelle Hilfe an. Der THW stellt hierfür im Rahmen des EU-Gemeinschaftsverfahrens acht High Capacity Pumping Module zur Verfügung. Die HCP-Module stellen sich dezentral aus den verschiedenen Ortsverbänden zusammen und sind innerhalb von 12 Stunden einsetzbar. In den letzten Jahren wurden die Module vor allem bei großflächigen Überschwemmungen eingesetzt.

Björn Fellhauer und weitere Führungskräfte besprechen die aktuelle Lage mit einer Landkarte

Ausbildung der internationalen Hilfskräfte an einer THW-Hochleistungspumpe

Gemeinsam bauten Helfer des THW und der türkischen Katastrophenschutzorganisation AFAD eine Hochwasserbarriere

Björn Fellhauer (l) und Achim Link (r) aus Eberbach vor dem Eberbacher Mannschaftslastwagen

Achim Link (r) und ein weiterer THW-Helfer beim Betrieb einer Hochleistungspumpe des THW OV Rottenburg

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