Auslandseinsatzsimulation des Technischen Hilfswerkes

Abgelegt unter: Übungen — Marcel Finzer @ 20. Juni 2012, 21:30

Der THW-Landesverband Baden-Württemberg absolvierte bei Oppenweiler am vergangenen Wochenende eine Auslandseinsatzsimulation. Mit dabei waren auch ein Helfer aus dem Ortsverband Eberbach: Björn Fellhauer. Er wirkt in den so genannten HCP-Modulen (High Capacity Pumping – Hochleistungspumpen) mit und besitzt somit die besten Voraussetzungen bei möglichen Auslandseinsätzen mitzuwirken.

Aufgrund des Klimawandels werden Hochwasserkatastrophen in Zukunft weltweit häufiger auftreten. Die ehrenamtlichen Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind jedoch darauf vorbereitet. Genau dies zeigten Einsatzkräfte aus ganz Baden-Württemberg am Wochenende bei einer großen Übung des THW-Landesverbandes.

Hierbei wurde mit rund 50 THW-Mitglieder sowie 35 Helfer, darunter Sanitäter und Rettungskräfte der DLRG, realitätsnah einen Hochwasser-Auslandseinsatz mit drei sogenannten HCP-Modulen simuliert. Dies sind nach EU-Vorgaben ausgestattete und zusammengestellte Spezialeinheiten, die im THW schon seit 2010 bestehen.
15 Einsatzkräfte und drei Spezialpumpen bilden hierbei ein Modul.

Ansonsten besitzt Baden-Württemberg 18 Fachgruppen, darunter Eberbach, die mit Wasserschadenpumpen ausgestattet sind.

Bei der Übung galt es zuerst, so viel Wasser wie möglich von der Murr über eine Strecke von 1,6 Kilometern über 100 Höhenmeter zu überwinden.
Dabei beförderten neun Hochleistungspumpen, drei mit einer Maximalleistung von 15000 Litern und sechs 5000-Liter-Pumpen das Wasser. Am Ufer saugte eine 15000-Liter-Pumpe mit drei Rohren das Wasser aus dem Fluss. Ungefähr in der Mitte der Pumpstrecke legten die THW-Helfer ein 15000 Liter fassendes Pufferbecken als Zwischenstation an. Von dort wurde das Wasser zum Bach weiter gepumpt und eingeleitet, sodass das entnommene Wasser wieder in die Murr zurückkam.

Ein Camp wurde zeitgleich von einigen Helfern des THWs aufgebaut, da bei Auslandseinsätzen eine Versorgung unter schwierigsten Bedingungen sichergestellt sein muss.

Zur realitätsnahen Gestaltung des Auslandseinsatzes, gerieten die Einsatzkräfte auch in kritische Situationen: Sie bekamen Probleme mit der einheimischen Bevölkerung oder mussten sich bei der Einreise in einen fiktiven Staat aufwendigen Grenz- und Zollkontrollen durch Beamte der Bundespolizei unterziehen. Eine schwangere Frau benötigte Hilfe und des wurde unterdessen Treibstoff durch einen Schauspieler geklaut. Doch obwohl die Helferinnen und Helfer so bei der Arbeit gestört wurden, blieben sie ruhig und gelassen. So gelang es ihnen, klarzumachen, dass sie da sind, um zu helfen. Die Soldaten und Einheimischen wurden von einer Mimengruppe der THW-Bundesschule Neuhausen gespielt.

Kommentar abgeben